Santiago

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25/26-10-2014 Santiago
Das Ziel aller Mühe ist erreicht: Santiago und seine Kathedralkirche mit dem Grab des Heiligen (oder anderer Gebeine). Die Anlage (kein Foto) erinnert an die der Geburtskirche in Bethlehem; unter dem Chor ein Gang. Der Pilger kann hindurchgehen und das Grab küssen, umarmen, berühren…
Und damit alles seine Ordnung hat, gibt es in der Nähe der Kathedrale die Oficina del Peregrino, in der ihm in lateinischer Sprache bescheinigt wird, zu Fuß („pedibus“ oder beritten „equitando“ den Weg zurückgelegt zu haben. Das Lateinische macht keinen Unterschied zwischen Pferd, Maulesel und Fahrrad, dachte ich erst. Dann las ich: „post postrema centum milia metrorum birota vero post ducenta…“ Das will sagen: nach den letzten 100 km zu Fuß oder den letzten 200 km per Zwei-Rad“. Birota = ‚Fahrrad‘. Genial die Kirchenleute bei der Aktualisierung der antiken Sprache.
– Die Kathedrale
– Ankunft oder Aufbruch
– Warten auf die Urkunde
– Mein „Credencial“ mit allen Stempeln
Die Urkunde

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Danach zwei Tage Bummeln in der Stadt. Die Kathedrale innen und außen. Die Gassen und Restaurants. Vor der Universität mache ich ein Foto von einer Männer-Gruppe, die den 25. oder 30. Jahrestag ihres Abiturs feiern. Einladung zu einem Snack im Restaurant daneben. Es gibt kein Bild. Erst am letzten Tag, als die Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Volkslauf sich durch die Stadt kämpften, konnte ich das Restaurant in der Kamera festhalten.
Aber am Abend gab es ein Straßenfest vor der Kathedrale. Musik der Kelten (Galizien!) mit Dudelsack und Tänze, die mich an die Cueca chilena erinnerten, die ich vor ein paar Jahren im Straßenkarneval in Valparaiso erlebt hatte. Zu Futtern Maronen umsonst…
Auf dem Heimweg dann noch der Schluss eines Jazz-Konzerts. Der Bassist war gut.

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Das Ayuntamiento gegenüber der Kathedrale ist den Leuten in Santiago das, was dem Kölner die Renaissance-Laube am historischen Rathaus ist.

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26-10-2014 Santiago
Der letzte Spaziergang: noch einmal die Kathedrale. Ansonsten Treiben Lassen.
Irgendwo ein Ginko-Baum…
…und die Fans von Barca Barcelona (die von Real Madrid im weißen Trikot ein wenig in den Untergrund gedrängt. Aber was vertreten die mit dem Cowboy-Hut?) In Santiago sah ich relativ wenig Devotionalien; ist nicht Lourdes.

27-10-2014 Abschied und Heimreise
Bis zur Entdeckung des Renfe-Büros in der Nähe der Kathedrale war ich nicht sicher, wie ich nach Köln zurückkommen würde.
Ursprünglich gedacht: Irgendwie nach Oviedo gelangen, von dort mit der Schmalspurbahn nach Bilbao und weiter nach San Sebastián/Irún. Wäre reizvoll gewesen: Ovido, Santander, Bilbao, San Sebastián, Küste und Berge Kantabriens.
Problematisch: Das Fahrrad muss für den Bus nach Oviedo zerlegt werden. Und dann? Unsicherheit ob die kantabrische Bahn es nicht auch verpackt haben will.
Im Renfe-Büro erfuhr ich, dass es einen Zug von Santiago nach Hendaye gibt. Und einen Mann am Bahnhof, der das Rad zerlegt und verpackt: José. Dazu seine Telefon-Nummer. Anruf und Auskunft: Das Rad am Vortag in der Bahnhofsbücherei abgeben und am Morgen abholen.
So ist es geschehen. Die Librería entpuppte sich sich als Bahnsteig-Kiosk. José war nicht dort, aber eine Partnerin. Ich habe ihr das Rad anvertraut, ohne Quittung.
Heute Morgen fand ich es handlich in einem Plastikpaket verpackt. Entgegen dem leninistischen Grundsatz ‚Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser‘ habe ich das Paket genommen und in den Zug gebracht, vertrauend, dass wirklich alles dabei war.
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Klugerweise hatte ich ein Hotel in Irún reserviert. Mit dem Taxi dorthin. Ein junger Mann macht sich daran, das Velo wieder zusammenzubauen. Bis auf ein paar Kleinigkeiten gelang es ihm und seinem Chef (am nächsten Morgen) bis auf zwei Kleinigkeiten: Die Vorderbremse blockierte und das Hinterad war nicht festgeschraubt. Der letzte Mangel konnte im letzten Augenblick noch behoben werden. Die Bremse hing einfach am Rade. Perspektive: mit einer Bremse durch Paris.
Es gab Platz im nächsten TGV (zwischen Hotel in Spanien und Bahnhof Hendaye eine Brücke und ein knapper Kilometer Weg) und ich hatte auch ein Ticket Paris-Luxemburg in der Tasche. Mit Verspätung in Montparnasse. Ankunft in der Gare del’Est 10 Minuten vor der Abfahrt nach Luxemburg. Vom vorletzten Zug nach Trier sah ich in Luxemburg die Rücklichter. Ankuft in Köln um 01.01 Uhr.
Anstrengend. Ohne Kantabrien und die baskische Küste, ohne den angedachten zweiten Zwischenhalt in Bordeaux Aber ich wollte heim: Kaum noch saubere Klamotten und von meiner Laus oder ihrer Sippe von oben bis unten zerbissen.
Am Ende eine Flasche Rotwein, von Sabine vorsorglich geöffnet und ein guter Kartoffelsalat. Zu Hause!


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