Nájara-Cañas-Santo-Domingo-de-la-Calzada

rioja_04 14-10-2014 Nájara
Auf dem Weg nach Nájara noch einmal durch Weinberge und und Weindörfer des Rioja. Rioja ist die kleinste autonome Region Spaniens. In Nájara auffällig viele Afrikaner. Kampieren auf den Straßen und auf dem zentralen Platz. Saisonarbeit, Tagelöhnerarbeit in der Weinlese. Dabei sind die Weinberge so angelegt, dass alles mit Maschinen getan werden kann.>

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14-10-2014 Cañas
Unverhoffte Entdeckung, weil im Bike-Line-Führer nicht erwähnt: die wunderschöne Klosteranlage von Cañas: Zisterzienserinnen.
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Da konnten die Kölner mal großzügig sein: Vier von elftausend (Jungfrauen). Ich konnte nicht herausfinden, wie die Reliquien über die Pyrenäen gelangt sind. Die Aufsicht führende Dame bestätigte mir jedoch, dass sie aus Köln gekommen sind. Eins scheint auszuschließen: dass sie wie die der Drei Magier aus dem Morgenland geraubt wurden.
Der Text unter den Köpfen sagt: „Schädel einer der 11.000 Jungfrauen. 13.-14.Jahrhundert.

canas_06 Keine Heilige, kein Heiliger, kein Totem, kein Kunstwerk. Fecit natura. Ich schaute es mir an. Ein altes Mütterchen hat zehn Minuten lang versucht, mir zahnlos brabbelnd Wichtiges mitzuteilen. Ein Austausch entstand nicht, weil ich kein Wort verstand.
Der ästhetische Genuss wurde wie die Freude an der Weiterfahrt durch Fliegenschwärme gemindert.

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Santo Domingo de la Calzada
   Angenehmer mittelalterlich geprägter Ort. Die Kathedrale Santo Domingo gleich neben dem ‚alberge‘ (oder umgekehrt). Eindrucksvolle Romanik. Das Besondere in der Kirche zeigt das letzte Foto. Ohne die zugehörige Geschichte macht es nicht viel her:
   In einem Käfig (Foto!)leben seit Jahrhunderten je zwei weiße Hühner, eine Henne und ein Hahn.
Ein Ehepaar und sein Sohn auf dem Weg nach Santiago. Der junge Mann gefällt der Tochter des Wirts. Sie versucht ihn in ihr Bett zu ziehen. Der Junge widersteht. Das Mädel steckt ihm einen kostbaren Becher ins Gepäck und bringt ihn am nächsten Tag vor den Richter. Schnelles Urteil und Vollzug: Tod am Galgen. Bevor sie weiter ziehen, gehen die Eltern noch einmal zur Richtstätte und finden den Sohn noch lebend. Der Heilige Dominikus war vorbei gekommen und hat ihn hoch gehalten, sodass er überlebte. Der Richter oder Bürgermeister wollte es nicht glauben. „Der ist so lebendig wie die beiden Hühner hier auf meinem Tisch, die ich gleich verspeisen werde.“ Das Bratgeflügel hebt ab und flattert durch die Stube. Zur Erinnerung gennießen seitdem immer zwei lebende weiße Hühner (Hahn und Henne, anders wäre es nicht auszuhalten) wie erwähnt lebenslang Kirchenasyl. Nicht freilaufend; sie werden es dennnoch zu schätzen wissen.